Ja, auch hier wird es so langsam Herbst, auch wenn wir zwischendurch noch ab und zu mal um die 27 Grad haben. Ich muss aber dennoch sagen, dass ich noch nie einen schöneren Herbst als in den USA gesehen habe. Schon vor 2 Jahren, als ich mit Papa und Britta den kleinen Roadtrip von New York zu den Niagara Fällen gemacht habe, sind mir die wunderschön gefärbten Blätter aufgefallen, was ich zuvor, in Deutschland, noch nie so gesehen hatte. Diese Bilder haben sich so eingebrannt, dass ich es kaum erwarten konnte, bis meine Lieblingsjahreszeit auch endlich mal in Virginia ankommt.
Herbst steht in den USA für Halloween. Ich hab schon einige verrückt dekorierte Häuser gesehen, zum Beispiel mit aufblasbarer, zweimeterhohen Riesenkatze, die sich bewegt. Die erste Deko an unserem Haus hing schon Ende September und ist, meiner Meinung nach, ganz schön kitschig.
Natürlich musste ich mir auch ein Kostüm besorgen, denn ohne geht hier gar nicht, auch wenn meine Pläne für Halloween noch nicht allzu konkret sind. Morgen findet in Vienna eine große Halloween Parade statt, die ich zu gern sehen würde!
Aber erstmal 2 Wochen zurück geblickt...
Vorletztes Wochenende war ich mal wieder in ... Washington! Wie könnte es anders sein? Dieses Mal jedoch, habe ich mir mit Helene mal nicht den typischen Touristenkram angeguckt. Nein, wir haben uns etwas tiefer in die Stadt getraut und wunderschöne Fleckchen gefunden. Unsere Erkundungstour begann am Dupont Circle. Von dort aus haben wir uns mit einem Pumpkin Spice Latte in der Hand auf den Weg gemacht, runter die P Street. Dort gab es einige beeindruckende Häuser und man hatte nicht das Gefühl in der Hauptstadt der USA zu sein, da alles so gemütlich und friedlich aussah.
Auf dem Weg sind wir auf einen kleinen Flohmarkt gestoßen mit vielen Antiquitäten. Nach einem kurzen Bummel sind wir weiter zur 14th Street, wo es einige süße Läden gab und viele Cafés. Uns wurde eine kleine Bäckerei empfohlen, wo wir uns erstmal einen Red Velvet Cupcake gönnten. Weiter machten wir uns auf zu Adams Morgan, ein kulturell buntgemischtes Viertel mit vielen Bars und Restaurants. Und genau so sieht es auch aus. Viele bunte Häuser und tolle Läden. Definitiv eines meiner Lieblingsviertel in D.C. und einen Besuch wert!
Beim Mittagessen hörten wir von einem Lichterfest, das am gleichen Abend in D.C. stattfinden sollte, woraufhin wir uns entschieden, noch so lange zu bleiben. Um die Zeit bis dahin rumzukriegen, hat es uns dann doch noch einmal zu den Touristen Hotspots gezogen, was sich jedoch sehr gelohnt hat, da wir pünktlich zum Sonnenuntergang da waren und die Monuments wunderschön beleuchtet wurden.
Um 7 wurde das Lichterfest "Light the Night" eröffnet, welches ganz im Zeichen der Unterstützung von Krebskranken stand. Es gab Live-Musik und die vielen Laternen sahen atemberaubend aus.
Am Sonntagmorgen machten meine Gastfamilie und ich uns auf nach Winchester, was eine gute Stunde entfernt ist, um auf einer Plantage Äpfel zu pflücken. Winchester hat eine wunderschöne historische Altstadt und ist im Gegensatz zu Vienna sehr ländlich. Die Umgebung war genau wie man sich "the country" vorstellt: Häuser mit Veranda auf riesigen Besitztümern, abgegrenzt durch einen weißen Zaun. Sehr beeindruckend!
Die Plantage, auf der wir Äpfel pfücken waren, hatte auch einen kleinen netten Hofladen, wo wir uns noch mit Honig und Apple Cidre eindeckten.
Die anschließende Woche verlief uninteressant, bis auf das monatliche Aupair Meeting, welches dieses Mal im Volunteer Fire Department stattfand. Wir wurden in Sachen Fire Safety noch einmal unterrichtet und bekamen eine kleine Führung durch das Department.
Sonntag ging es für mich wieder in Richtung Winchester, genauer gesagt nach Shenandoah. Also aufs Land! Mit zwei australischen Aupairs habe ich mir dort eine der zahlreichen Tropfsteinhöhlen, die es hier in der Nähe gibt, angeguckt. Für mich war es das erste Mal, dass ich in einer Höhle war (soweit ich mich erinnern kann). Es war ein toller Anblick. Was mir jedoch nicht allzu gut gefallen hat war, dass alles so bunt beleuchtet war. Meiner Meinung hat das das Natürliche der Höhle etwas zerstört. Aber urteilt selbst...
Unsere Tour dauerte ungefähr eine Stunde, weshalb wir uns danach noch entschieden den Skyline Drive zu nehmen, was eine Straße durch den Shenandoah National Park ist, von welcher man einen unglaublichen Blick über die Umgebung hat. So hatten wir die Chance den Indian Summer noch einmal in seiner ganzen Schönheit zu sehen und der Stadt für einen Tag zu entkommen. Wir alle haben das sehr genossen!
So jetzt muss ich aber Schluss machen, da jetzt die Debatte der kandidierenden Republikaner im Fernsehen kommt, welche ich mit meiner Gastmama gucke. Ich könnte gar nicht aufhören über Trump zu lachen, wenn es nicht so traurig wäre, dass er seine Äußerungen doch tatsächlich ernst meint.
Und damit wünsche ich euch noch eine tolle Woche!