Diese Woche bin ich mal etwas früher mit meinem Blogeintrag dran, da ich schon mehrfach freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich mich noch gar nicht zu Halloween geäußert habe. Außerdem wollte ich euch mal ein bisschen von meinem Arbeitsalltag erzählen, da ich davon bisher noch gar nicht berichtet habe. Na dann fangen wir mal an...
Ich hatte mir schon einige Wochen zuvor ein Kostüm für Halloween bei Amazon bestellt. Da mein jüngstes Gastkind sehr an griechischer Mythologie interessiert ist, hat er mich auf die Idee gebracht mich als griechische Göttin zu verkleiden und das Kostüm war auch einigermaßen erschwinglich. Ich muss zugeben, dass das ganze Verkleiden nicht so mein Ding ist und ich deswegen nicht wirklich auf den 31.10. wartete. Mit 3 weiteren Aupairs war geplant in Georgetown feiern zu gehen. Das einzige, was ihr zu diesem Abend wissen ist, dass wir ein Uber nach Georgetown genommen haben, um dann 30 Minuten vor einem Club zu stehen, in den wir schlussendlich nicht mehr reingelassen wurden. Ich präsentiere: Mein Halloween in den USA. Ein totaler Reinfall! Das einzig wirklich Gute an dem Abend, waren die ganzen tollen Kostüme, die man auf den Straßen gesehen hat. Meins kann man hier leider nicht allzu gut erkennen...
Am nächsten Tag hatten wir schon wieder eines unserer monatlichen Aupairtreffen. Dieses Mal auf einer Farm, ungefähr 20 Minuten von hier entfernt. Dort ging es zunächst einmal auf eine kleine Rundfahrt auf einem Traktoranhänger. Danach machten wir es uns mit Marshmellows, Schokolade und Crackern (sogenannten Smores) am Lagerfeuer gemütlich. Lange hielten wir es jedoch nicht aus, da der Hunger sich breit machte. So entschieden zwei andere Aupairs und ich uns, in einem kleinen Diner Abend zu essen, wo es total leckere Milkshakes gab.
Auf der Farm haben wir als Geschenk noch einen kleinen Kürbis bekommen, welchen ich im Laufe der Woche noch ein kleinen wenig dekoriert habe.
Meistens berichte ich euch nur, was ich während meiner Wochenenden mache, deswegen möchte ich jetzt einfach mal kurz von meinem Arbeitsalltag als Aupair berichten, da dies ja hauptsächlich mein Leben hier bestimmt. Meine erste Schicht beginnt um 6 Uhr morgens. Ja, richtig gehört, da stehe ich nicht erst auf, sondern fange schon an! Meistens räume ich zuerst die Spülmaschine aus und fange danach an, die Schulsnacks für die Kids vorzubereiten. Um 6:30 wecke ich die beiden, wobei ich es beim Großen häufig schwer habe. Nicht selten kommt es vor, dass ich ihn drei mal wecken muss, ehe er endlich aufsteht und den Bus verpasst. Nachdem ich beiden Frühstück gemacht habe, checke ich ihre Zimmer und das Badezimmer und helfe dem Kleinen sein Bett zu machen. Während der Große schon längst aus dem Haus ist, packen Naveen und ich alle Schulsachen für den Tag zusammen und gehen um 8:00 Uhr gemeinsam zur Bushaltestelle. Danach habe ich bis 14:00 Uhr frei und gehe in der Zeit gerne zu Sportkursen oder mit Freunden zu Starbucks oder der Mall. Wenn meine zweite Schicht um 14:00 Uhr beginnt, fange ich meistens an schon mal das Abendessen vorzubereiten. Um 15:45 Uhr mache ich mich dann langsam auf, um den Kleinen vom Bus abzuholen und bereite ihm, Zuhause angekommen, einen kleinen Snack zu. Es ist immer ein kleiner Kampf ihn dazu zu bringen seine Hausaufgaben zu machen, und häufig schiebt er es auf bis nach dem Abendessen, welches ich gemeinsam mit meiner Gastmutter mache. Dienstag und Donnerstag haben die Kids abends immer noch Nachhilfe, was den Tag etwas stressiger gestaltet, da wir mit allem etwas früher fertig sein müssen. Freitag ist mein Lieblingstag, da Adi nachmittags Gesangsunterricht hat, wo ich ihn immer hin begleite. Neben Dinner vorbereiten und Wäsche waschen, ist das mein einziger Job für den Tag, was sehr entspannt ist. Aktivitäten, die auch zu meiner Arbeit gehören, aber nicht jeden Tag anstehen, sind zum Beispiel mit den Kids zur Mall fahren, ihnen bei Schulprojekten helfen oder gerne auch mal backen...
Mein Arbeitstag endet um 20:30 Uhr. Meistens bin ich dann so kaputt, dass ich nur noch mit Adi Serien gucke oder lese und dann schnell ins Bett falle, denn der nächste Tag beginnt ja schon wieder um 6:00.
Das Gute ist, dass ich, im Gegensatz zu vielen anderen Aupairs, jedes Wochenende frei habe. Dieses Mal habe ich mich mit Helene auf nach Georgetown gemacht, da es mir dort an Halloween, abgesehen von dem verkorksten Abend, sehr gut gefallen hat. Georgetown ist heute ein Stadtteil von Washington D.C., wurde aber schon 40 Jahre früher gegründet. Es handelt sich um eines der teuersten Wohnviertel, welches sich architektonisch stark vom Rest D.C.'s unterscheidet. Wenn man durch die Straßen läuft hat man das Gefühl, in den Niederlanden gelandet zu sein. Viele kleine bunte Häuser säumen die Wege und ein Kanal verläuft mitten durch. Ein wunderschöner Anblick!
Unser Weg führte uns, nach einem kleinen Zwischenstop in einem Irish Pub, zur Georgetown Universität. Der Campus war ein riesiges Gelände, mit allen möglichen Arten von Sportplätzen, Essenmöglichkeiten und sogar einem Friedhof! Es war genau wie man sich das Uni- Leben in den USA vorstellt. Da spielt man schon mit dem Gedanken in den USA zu studieren, wenn man allerdings die Preise sieht, verwirft man das ganz schnell.
Leider hat uns der nicht aufhörende Regen den Tag etwas verdorben und wir entschieden uns gegen Nachmittag, die Metro zurück zu nehmen und zur Mall zu gehen. Dieses Mal nicht die typische, in der wir sonst immer sind und wahrscheinlich schon auswendig kennen, sondern eine ca. 20 min entfernt. Zu meiner Überraschung war dort alles schon weihnachtlich hergerichtet. Sogar Santa war schon da um mit den Kindern Fotos zu machen.
Auch wenn mir das doch etwas zu früh war, muss ich zugeben, dass ich durch die ganzen Weihnachtssachen, auch in den Läden, dann schon ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen bin und mittlerweile fleißig Ausschau halte, womit ich meinen Liebsten in Deutschland eine Freude zu Weihnachten machen könnte. Leider ist das ganz schön viel, aber lasst euch überraschen!
Ich wollte es ja nicht glauben: um 6 (in Worten SECHS) Uhr geht der Arbeitstag los?? Geht ja gar nicht!
Na gut, jetzt ist 6 Uhr in den USA 6 Stunden später als hier, aber trotzdem!! ;-))))
Alles in allem trotz der Pause mittendrin ein langer Tag! Respekt!
Bringst du was von dem Gebäck mit?? Sieht ja leeeecker aus!!