Ich bin jetzt schon seit einer Woche bei meiner Gastfamilie und lebe mich mehr und mehr ein. Man hat sich schon so an das Englisch gewöhnt, dass man manchmal von etwas deutschem überrascht ist. So zum Beispiel gestern, bei meinem ersten Baseballspiel, wo "Bratwurst" verkauft wurde. Ich war nie ein großer Baseballfan aber die Atmosphäre im riesigen National Park war einfach ansteckend. Klischeemäßig gab es natürlich Hotdogs und wir hatten super Plätze. Leider haben die Washington Nationals verloren (obwohl sie eindeutig besser waren) und einen Ball konnte ich auch nicht ergattern. Morgen habe ich aber noch einmal die Chance dazu, da ich mit meinem LCC und den anderen Aupairs wieder ein Spiel angucken werde. Am Ende gab es noch ein wunderschönes Feuerwerk, als Abschluss eines perfekten Tages.

Seit gestern bin ich nun am arbeiten. Da im Moment noch Ferien sind, habe ich nicht allzu viel zu tun. Ich fahre die Jungs hauptsächlich durch die Gegend und bereite ein paar Snacks vor. Auf ihre Pünktlichkeit muss ich besonders achten, da beide gerne mal rumtrödeln. Gestern habe ich auch endlich mit meiner Hostmom ein Konto eröffnet, womit ich jetzt das lästigste hinter mir habe. Danach hat sie mich mit zu einem "German Store" genommen, wo es alles gab was ich an deutschem Essen vermissen könnte. Es war schön so weit weg ein paar Sachen zu finden, die man sofort mit Zuhause verbindet.
Abends war ich dann mit einem anderen Aupair aus Dänemark im Kino. Es ist ganz nett hier schon alle Filme sehen zu können, bevor sie überhaupt in Deutschland anlaufen und jemanden zu haben, der hier auch neu ist. So kann man sich austauschen und macht auch mal was mit Gleichaltrigen.
Ich bin nun endlich nach einer gefühlten Ewigkeit bei meiner Familie angekommen. Mein Verdacht ist ja, dass die Agentur die Training School mit Absicht so bescheiden gestaltet, damit man sich umso mehr auf die Gastfamilie freut.
Gestern ging es also mit dem Bus 7 Stunden nach Vienna. Ich wurde von meiner Gastmutter und den beiden Jungs mit Blumen und herzlichen Umarmungen begrüßt. Mit dem Auto ging es dann 5 Minuten zum Haus in Dunn Loring, wo meine Hostkids mir mit Kreide ein "Welcome Home Saskia" in die Einfahrt gemalt hatten. Total süß!

Als erstes gab es eine Hausführung. Ich werde im kommenden Jahr zum Kellerkind, da mein Zimmer im Keller ist, was in den Staaten total normal ist, woran ich mich aber noch ein bisschen gewöhnen muss. Da eins meiner Hostkids Geburtstag hatte, sind wir abends zur Cheesecake Factory gefahren, was nach Angaben meiner Familie das beste Beispiel für ungesundes Essen in den USA ist. Ich muss sagen ich habe noch nie so einen guten Käsekuchen gegessen, also muss ich definitiv bald mal ein Fitnessstudio aufsuchen. Heute habe ich mich mit meinem Gastvater aufgemacht die Straßen hier unsicher zu machen. Es ist ein bisschen angsteinflößend wie groß alles ist, aber man gewöhnt sich schnell dran, auch an den Automatikwagen. Wir sind eine Menge durch die Gegend gefahren und jetzt kenne ich mich hier schon etwas besser aus. Morgen steht Kino auf dem Programm und nächste Woche gehe ich zu zwei Baseballspielen, worauf ich mich schon total freue!
Bis dahin, lasst es euch gut gehen!